"Gediegen, doch recht bieder" findet Ludwig Harig diesen nacherzählten Faust. Eigentlich, meint der Rezensent, lasse sich die Geschichte allenfalls "gegen den Strich" und mit allen "inneren Zweifeln und Brechungen" nacherzählen, und genau das scheint er in diesem Fall zu vermissen. Besonders in den Passagen, in denen Faust Gott anruft, kommt ihm Kindermann in ihrer Nacherzählung sehr rat- und hilflos vor, und er findet, dass sie dort in den "Chor der Frömmler" einstimmt, die in allen Fehlern der Welt "unbestandene Prüfungen des allmächtigen Herrn" erkennen. Die Illustrationen dagegen "bürsten" die Geschichte tatsächlich "gegen den Strich" und "stellen sie karikierend in Frage", bemerkt der Rezensent angetan. Statt "braver, schöner Bilder" bieten sie groteske Einsichten, die für kleine Kinder allerdings manchmal zu verstörend sein könnten, gibt der Rezensent zu bedenken. Trotzdem haben die ihm recht gut gefallen und er attestiert den Illustrationen, tatsächlich "erhellende" Wirkung zu haben. Und so möchte Harig am Schluss den Verlag ermutigen, weitere Nacherzählungen großer literarischer Werke für Kinder zu edieren und das, "trotz des unvermeidlichen Mankos der Nacherzählung" und auch "trotz der Krassheit" der Bilder.