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Morbach, Andreas. Dimitrios Vikelas. Patriotischer

Andreas Morbach

Dimitrios Vikelas. Patriotischer Literat und Kosmopolit

Leben und Wirken des ersten Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees
  • Ergon-Verlag
  • 1998
  • Taschenbuch
  • 382 Seiten
  • ISBN 9783932004940

Der allererste Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war von dessen bislang sieben Präsidenten derjenige mit der deutlich kürzesten Amtszeit. Nur knapp zwei Jahre, vom Gründungskongreß der modernen Olympischen Bewegung im Juni 1894 in der Pariser Sorbonne bis zum Ende der ersten Olympischen Spiele 1896 in Athen, stand der Grieche Dimítrios Vikélas dem IOC vor. Daß sich diese Zeitspanne nicht wie bei Pierre de Coubertin (Frankreich, 29 Jahre), Henri Baillet-Latour (Belgien, 17 Jahre), Avery Brundage (USA, 20 Jahre) oder Juan Antonio Samaranch (Spanien, bislang 18, mindestens 21 Jahre) arg in die Länge zog, hatte seinen guten Grund: Vikélas interessierte sich eigentlich nicht für Sport. Als prominenter

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Schriftsteller seiner Zeit, dessen Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt worden waren, stand Vikélas mit vielen Personen der damaligen europäischen Wissenschaft und Kultur in regem Austausch; er war ein national und international anerkannter Mann. Mit der Übernahme der IOC-Präsidentschaft verfolgte Vikélas in erster Linie ein Ziel: sein Heimatland Griechenland, das Ende 1893 seinen Staatsbankrott hatte verkünden müssen, international wieder in ein günstigeres Licht zu rücken. Doch trotz dieses persönlichen Anliegens war es für die Olympische Bewegung zweifellos ein Glücksfall, daß ihr erster Präsident (wie übrigens die meisten seiner Nachfolger) weit mehr war als ein erfolgreicher Sportfunktionär. Vikélas' literarisches Gesamtwerk und seine Lebensgeschichte in Griechenland, England und Frankreich - beides vor allem bezogen auf die Zeit vor dem Kongreß in der Sorbonne - nachzeichnend und miteinander verknüpfend, auf diese Art wird die starke Hinwendung des gebürtigen Syrioten zu griechischen Themen jedweder Art dargesstellt - und sein olympisches Engagement entsprechend als Vehikel für eine Lebensidee plausibel gemacht. Das Verdienst von Vikélas für die modernen Olympischen Spiele wird letztlich in Gegenüberstellung zu manch' ideologisch eingefärbter Sichtweise beurteilt. Das Werk präsentiert dadurch die erste größere wissenschaftliche Untersuchung einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten der modernen Olympischen Bewegung - einer Person, die außerhalb ihres Heimatlandes heute kaum noch jemand kennt.

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