- Synergia Verlag
- 2025
- Taschenbuch
- 415 Seiten
- ISBN 9783907676103
„Wenn dir ein Hain voll uralter und die gewöhnliche Höhe überragender Bäume aufstößt, der dir durch die Dichte der einander bedeckenden Äste den Anblick des Himmels entzieht, so erweckt dir jener hohe Wuchs der Bäume, die Abgeschiedenheit des Ortes und die Bewunderung des im Freien so dichten und ununterbrochenen Schattens den Glauben an die Gottheit“, schwärmte der römische Philosoph Seneca im 1. Jahrhundert n. Chr. Warum aber vermittelten Wald und Baum, seitdem die Menschen Große Göttinnen verehrten, eher die unbegrenzte weibliche Potenz in der Schöpfung?
Wälder sorgen nicht nur für ein ausgeglichenes Klima, schützen Boden und Wasserhaushalt. Schon eine einzige alte mächtige Eiche bietet bis
Solchen Zusammenhängen nähert sich der Autor aus kultur- und religionswissenschaftlicher Sicht, aus der Perspektive von Kult und Brauchtum, von Psychologie und Spiritualität. In bewusst gesuchter Gegenwart altehrwürdiger Bäume wurde lange Recht gesprochen und ein „ordentliches“ Strafmaß verhängt. Leser erfahren von Entscheidungsschlachten um eine „heilere“ Ordnung der Welt an heiligen Bäumen und vom Aussagewert des komplexen Baumsymbols für unser inneres und äußeres Selbst. Was aber passiert, wenn wir diese prägnanten Ausdrucksformen des Mütterlichen in aller Natur nicht mehr genügend wertschätzen und rücksichtslos abholzen? Wenn wir die irdische Schöpfung zu sehr unter dem Nutzungsaspekt von Profitmaximierung betrachten? Schneiden wir uns damit nicht zuletzt von unseren eigenen tief reichenden Wurzeln ab?
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