Geliebt wird in diesem Roman. Die Liebe verraten. Und lange, sehr lange - drei Jahrzehnte - gewartet. Doch nicht die großen Gefühle sind es, die für den Rezensenten Joseph Hanimann die Geschichte des Kellners Erneste so bezaubernd gemacht haben - Erneste, der nach einem Jahr des Glücks in die Gleichförmigkeit seiner alten Existenz zurücksinkt und dort verharrt, den Blick auf den Punkt in der Vergangenheit gerichtet, als er mit Jacob zusammen war, auf das Jahr 1936, als Jacob ihn verließ, um einem Schriftsteller, der wohl, vermutet Hanimann, Thomas Mann nachempfunden ist, ins amerikanische Exil zu folgen. Was den Rezensenten so bewegt hat, ist die Gestaltung der Jahre des Wartens, der "wunschlos unglücklichen Gleichförmigkeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart", aus der Erneste erst gerissen wird, als ihn 1966 ein Brief des früheren Geliebten erreicht, und mit ihm eine "unverschämte Bitte". Ein Roman über eine Existenz in Grau, und darin: "zarte Farbtöne" - "als wäre ein üppiger Zauberberg im verinnerlichten Mattglanz einer einfachen Liebesgeschichte neu abgelichtet worden".