Rezensentin Daniela Strigl lobt Anna Felnhofers Erzählen für seine souveräne Psychologie und Bildwucht, aber auch für seine Subtilität. Die Familiengeschichte über Gesichtsblindheit und die Folgen für die Beteiligten ist laut Strigl einerseits getragen vom klinischen Interesse der Psychologin Felnhofer, andererseits von Empathie und der Frage, wie ein Verhaltensdefekt sich für den Betroffenen anfühlt. Dass die Autorin den fatalen Ausgang ihrer gewaltvollen Fallgeschichte vorwegnimmt, schmälert für Strigl nicht die "untergründige" Spannung des Romans.