Mit dem Mythos, dass früher alles besser war, räumt Verena Dolovais Debütroman gründlich auf, so Rezensentin Judith von Sternburg. Die Kritikerin bespricht diese unversöhnliche Geschichte eines Mädchens, das in den 1960er Jahren in einem österreichischen Dorf aufgewachsen ist, mit Anerkennung: Maria ist für ihre Familie überwiegend als Dienstmagd interessant, wird durch die Zwänge des dörflichen Katholizismus am laufenden Band gedemütigt und ansonsten kaum wahrgenommen, erklärt Sternburg, die den lyrisch-knappen Stil Dolovais lobt. Nur der jüngere Bruder Franz kann aufgrund seiner Homosexualität aus den starren Strukturen ausbrechen, verrät die Kritikerin über dieses beklemmende und beeindruckende Buch.