Martin Ebell geht es viel zu nett zu in Tim Krohns Geschichten-gegen-Geld-Crowdfunding-Projekt, einem auf 15 Bände angelegten Zürcher Mietshauspanorama. Was der Autor dort an menschlichen Regungen entdeckt und einzufangen versucht, entlockt dem Rezensenten ein müdes Lächeln. Über Altersgebrechen, Sex in der Waschküche (huch!) und prekäre Berufssituationen (echt?) vermag ihm der Autor nichts Weltbewegendes beziehungsweise Ambivalentes oder gar Abgründiges zu erzählen. Was als Geschäftsmodell funktioniert, funktioniert als Literatur noch lange nicht, lernt Ebell.