Rezensentin Lynn Hruschka ist gespannt, ob der Nachfolger von Bonnie Garmus' Bestseller "Eine Frage der Chemie" genauso überzeugen kann: Es geht um Batter Gray, der Ich-Erzähler, den die Lyrik davor bewahrt hat, in seiner schwierigen Familiengeschichte zu versinken. In den 1980er-Jahren ergattert er einen Job bei dem Lyrikmagazin "Peck & Peck" und ist da erstmal der Junge für alles, verrät Hruschka. Das Buch ist für sie eine "Ode" an die Lyrik, zum Teil etwas didaktisch, aber doch auch eine ernsthafte Verhandlung der Frage, wie wir Lyrik bewerten und wie erschöpfend doch auch Arbeitsplätze im kreativen Bereich sein können. Einiges aus dem Debüt entdeckt die Kritikerin hier wieder, zum Beispiel, dass es einen "Hund als moralische Instanz" gibt, dass der Held sich als Außenseiter nach oben boxt und dass es viele kleine Pointen gibt. Einige Kürzungen hätten dem Buch gut getan, überlegt sie, aber die Leidenschaft Garmus' und ihres Protagonisten für die Lyrik ist einfach nur ansteckend - und in Zeiten von KI umso wichtiger.