Harter Tobak ist Julia von Lucadous dritter Roman, warnt Rezensentin Meike Feßmann vor - aber unbedingt lesenswert. Als "Volltreffer in labile Nervenkostüm unserer Zeit" bezeichnet die Kritikerin den Roman, der sie an der Seite des geschiedenen Schutzraumtechnikers Jot ins Frühjahr 2014 führt, also jenes Jahr als Russland die Krim annektierte, Israel eine Militäroperation in Gaza startete und die Reaktorkatastrophe von Fukushima noch nachwirkte. Vor diesem Hintergrund lässt Lucadou die persönliche Panikgeschichte ihres Helden spielen, der beim Joggen einen Tote findet und angstgetrieben eigene Ermittlungen beginnt. Feßmann empfiehlt ein sehr gegenwärtiges und psychologisch fein gesponnenes Kammerspiel.