Rezensent Dirk Fuhrig hat einiges auszusetzen an diesem mit der Krimi-Form spielenden Coming-of-Age-Roman des italienischen Schriftstellers. Geschickt findet er den dramaturgischen Aufbau, der die aus Sicht eines Dreizehnjährigen geschilderte Erzählung über eine italienische Familie in den 70ern auf den Anschlag bei den Olympischen Spiele 1972 hinauslaufen lässt. Der Autor platziert dadurch die privaten Zerwürfnisse im Leben des Ich-Erzählers - die scheiternde Ehe seiner Eltern, die versiegende Beziehung zu seiner ersten Jugendliebe - vor den Hintergrund einer weltweit relevanten Katastrophe, beobachtet Fuhrig. Doch die konkrete Ausstaffierung des Lebens der Figuren wie der damaligen Zeit bleibt ihm zu dekorativ und kitschig: der Rassismus, den die Jugendliebe des Erzählers als Tochter einer afrikanischen Frau erfährt, die Homophobie und Fremdenfeindlichkeit des Handlungsortes Vinci, alles wirkt wahllos und macht bloß die Konturen einer Epoche erahnbar, bemängelt der Kritiker. Dadurch verkommt leider auch der eingangs erwähnte Kontrast der Handlungsebenen zu einem "ziemlich gesuchten" Effekt, seufzt Fuhrig.