Stefan Rebenich konnte gar nichts anfangen mit Jamaica Kincaids "Mein Garten(Buch)". Seiner Kritik zu Folge ist das Werk weder Garten noch Buch, sondern vor allem Tirade - gegen den Imperialismus und die Versklavung des Geschlechtstriebs. Der Rezensent aktiviert müde satirische Reserven, um sein Missfallen auszudrücken, doch bietet ihm das Werk der amerikanischen Autorin offenbar zu geringen Widerstand - Rebenich winkt es einfach durch zur Ausfahrt in Richtung Nimmerwiedersehen und gähnt leise. "Wenig inspiriert" also findet er das Buch vom Garten, "wenig inspirierend" folgerichtig auch. Schon nach wenigen Seiten, verspricht Rebenich, stelle sich bei der Lektüre Langeweile ein. Gleichwohl hat er "kurzweilige Episoden" gefunden - am ehesten scheint das jene zu sein, bei der Kincaid sich bei einem Baum entschuldigt.