Eine Reise ins Glück ist für den Rezensenten Adam Soboczynski die Lektüre des neuen Romans von Heinz Strunk, den er im Rahmen eines ausführlichen Porträts des Autors bespricht. Die Reise, von der der Roman erzählt, steht hingegen unter keinem guten Stern: Isolde und Bertram, Eheleute mittleren Alters, brechen von Oldenburg nach Heidelberg auf - für eine Geburtstagsfeier, die dann nicht stattfindet. Plötzlich beschäftigungslos in Heidelberg, gehen sich die beiden, deren Ehe längst erkaltet ist, gegenseitig auf die Nerven, mit Vorliebe beim Abendessen beim immer gleichen Italiener, der durchweg Lauwarmes und Halbgares serviert. Die grandiose Schlusspointe der Geschichte möchte Soboczynski nicht vorwegnehmen, stattdessen lobt er enthusiastisch die "düstere Komik" des Buches, die jeder verstehen könne, der je in einer endenden Beziehung steckte. Besonders die Figurenzeichnung hat es dem Rezensent angetan, der rührselige Bertram und die resolute Isolde werden zwar satirisch überzeichnet, gleichzeitig allerdings werden aus den Antihelden dank Strunks menschenfreundlicher Weltsicht auf die Dauer doch noch echte Helden, denn: "im sogenannten kleinen Mann oder in der einfachen Frau schlummert immer etwas Großes und drängt ans Licht".