Rezensentin Bettina Hartz zeigt sich äußerst froh darüber, dass der Roman "Die Geschwister" von Brigitte Reimann kürzlich erst als Manuskript auf fast magische Art und Weise wieder aufgetaucht ist und jetzt anlässlich des fünfzigsten Todestags der Autorin in seiner ursprünglichen, nicht zensierten Form neu veröffentlicht wird. Hartz berichtet davon, wie das Persönliche immer auch politisch ist, die Geschichte spielt in der DDR und handelt von drei Geschwistern, die zwischen Bleiben und Gehen hin- und hergerissen sind. Besonders reizvoll ist für die Kritikerin, dass sie bei der Lektüre den Eindruck hat, die Sinnes- und Gefühlseindrücke einer untergegangenen Welt noch einmal heraufbeschwören zu können, Literatur als Konservator sozusagen. Darüber hinaus sorgen die klugen, mit allen Zeichen auf Emanzipation deutenden Frauenfiguren dafür, dass sie nicht nur "Die Geschwister" empfiehlt, sondern auch Reimanns Hauptwerk "Franziska Linkerhand."