- Ca Ira Verlag
- 2025
- Taschenbuch
- 285 Seiten
- ISBN 9783862591916
Herausgeber: Françoise Schwab
Übersetzung: Joscha Sörös
Aus dem Französischen von Joscha Sörös. Mit Beiträgen von Jean-Marie Brohm und Jean-François Rey. In seinem Heimatland Frankreich gilt Vladimir Jankélévitch (1903-1985), Sohn jüdisch-russischer Einwanderer, schon lange als einer der zentralen Philosophen des 20. Jahrhunderts. In Deutschland hingegen wurden seine philosophischen Werke über Henri Bergson, das Verzeihen, die Lüge und den Tod wie auch seine musiktheoretischen Texte erst spät rezipiert. Eine deutsche Übersetzung seiner politischen Interventionen ist bis heute völlig ausgeblieben. Für Jankélévitch, der nach der von "Hitler-Deutschland ausgelösten Weltkatastrophe" den endgültigen Bruch mit den Deutschen, ihrer Kultur und Philosophie vollzogen hatte und sich mit dem Satz "das Verzeihen ist in den Todeslagern gestorben" in die Debatte über die Möglichkeiten einer deutsch-französischen, wenn nicht
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gar: deutsch-jüdischen Versöhnung einmischte, war kein Platz im Europa der Aussöhnung. Und auch der deutschen Linken, die danach trachtete, ihr früheres politisches Versagen durch den Rückgriff auf maoistische oder existenzialistische Heilslehren nachträglich zu kompensieren, war jemand wie Jankélévitch, ähnlich wie etwa Jean Améry, schlicht nicht zu vermitteln. Der Geist des Widerstands, um den Jankélévitchs moralphilosophische Reflexionen kreisen, ist gezeichnet von den antifaschistischen Aktionen der französischen Résistance sowie von der Situation der Juden im Angesicht der antisemitischen Vernichtung, die ihm als das "radikal Böse", als "ontologisches Verbrechen" und als "metaphysische Abscheulichkeit" gilt, weil sie gegen die Idee der Menschheit als solche gerichtet ist.
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