Rezensent Carsten Hueck empfiehlt die nun erstmals auf Deutsch erschienenen Erinnerungen der Journalistin und Reiseschriftstellerin Alma M. Karlin aus den Jahren 1938 bis 1945 mit leichten Einschränkungen. Er liest hier, wie Karlin Besuch von einer Frau bekommt, die sich als Verehrerin der gefeierten Autorin ausgibt, die in Wahrheit aber Gestapoagentin ist, erfährt, wie Karlin in kürzester Zeit zur "Entrechteten und Verfolgten" wird, wie sie die "Entslawisierung" Sloweniens erlebt und sich mit Mitte 50 den Partisanen anschließt, um einen 300 Kilometer langen Marsch Richtung England zu auf sich zu nehmen. Als eindringliches Dokument über Widerstand und den Willen zu überleben, liest Hueck das Buch mit Gewinn, Karlins Unterhaltungswille, ihr "Pathos" und ihre "esoterischen Neigungen" stören ihn allerdings mitunter.