Rezensentin Katharina Granzin genießt die Textsammlung mit Reportagen von Egon Erwin Kisch, auch wenn das Verbrechen hier nicht nur Raubmorde in unterhaltsamen Krimireportagen, sondern auch Verbrechen an der Menschheit meint. Unglaublich die Bandbreite der Themen, denen sich die Texte, herausgesucht von Sabine Rückert, widmen: so schrieb der "rasende Reporter" über das Prager Polizeimuseum, über Methode und "Arbeitsethos" eines Henkers, aber auch über den Selbstmord des k.u.k.-Geheimdienstlers Redl oder die Hinrichtung des einstigen NS-Staatsministers Hermann Frank, der für die Massenmorde in Lidice und Ležáky verantwortlich war. Wie Kisch dabei einerseits die "Sensationsgier" seines Publikums zu befriedigen wisse, andererseits aber bei ernsteren Themen die nötige Faktentreue und ein Gespür für die "Umstände" der Verbrechen an den Tag lege, findet Granzin beeindruckend. Toll geschrieben seien die Texte durchgehend. In Kombination mit den Illustrationen von Jörg Hülsmann und dem "Designobjekt"-haften Cover für sie eines der schönsten Bücher des Jahres.