Rezensent Martin Oehlen hält Michael Köhlmeiers Roman für ein "schönes und starkes" Buch, völlig ohne Kitsch und dennoch berührend. "Ohne Weichzeichner" erzählt der Autor von seinem eigenen Leben, beginnend bei seinem dreizehnjährigen Ich. Da Köhlmeier sich über die Unzuverlässigkeit der Erinnerung bewusst ist, betitelt er das Ganze als Roman, und erzählt dennoch schonungslos und offen von seiner Familie und von sich selbst, so der Kritiker. Es geht um Todessehnsucht, schwierige Beziehungen zu Eltern, Liebe, Zorn und Religiöses, erläutert Oehlen. Es geht auch um das Erzählen selbst, erklärt der Kritiker, um die Nonne und Philosophin Edith Stein, und, natürlich, um Köhlmeiers kürzlich verstorbene Frau Monika Helfer. Die 50 Kapitel sind laut Oehlen mal thematisch-, mal ereignisorientiert und bedeuten dem Leser, dass das Persönliche und der Alltag mindestens so gewichtig sein können wie das Historische.