Gebannt folgt Rezensent Guido Kalberer den Lebenswegen, die Alexander Smoltczyk in diesem Buch versammelt. Smoltczyk schreibt über Verfolgte des Nazi-Regimes, die im Jahr 1941 in Lissabon Unterschlupf suchen und hoffen, über den Atlantik in die Sicherheit zu entkommen. Unter anderem geht es um die Familie Mann, aber auch Unterstützer der Verfolgten wie der portugiesische Konsul in Bordeaux Sousa Mendes oder die als antifaschistische Agentin angeworbene afroamerikanische Künstlerin Josephine Baker kommen vor. Insgesamt ergibt sich daraus ein materialsattes Buch, das das Lissabon des Jahres 1941 als einen besonderen Ort darstellt, in dem nicht zuletzt auch Spionageaktivitäten blühten. Kalberers Text beschränkt sich weitgehend auf eine inhaltliche Darstellung des Buches, am Ende der Besprechung stellt der Rezensent jedoch klar, dass die Art und Weise, wie Smoltczyk hier einen wichtigen historischen Schauplatz "in streng chronologischer Reihenfolge abschreitet", ausgesprochen gut gefällt.