John Grisham hat mit seinem nunmehr fünfzigsten Buch einen spannenden Meta-Krimi geschrieben, der Verbrechen mit US-amerikanischer Sklavereigeschichte und Climate Fiction verbindet, bekennt Rezensent Jan Wiele. Grisham erzeuge schon mit dem gelungenen ersten Satz "Keine der fünfzig Gäste trug Schuhe" ein Gefühl für den Schauplatz Florida, an dem eine Strandhochzeit stattfinde, auf der auch die Protagonistin, die Autorin Mercer Mann, zu Gast sei. Ein Buchhändler hat ihr ein Manuskript über eine verlassene Insel überreicht, resümiert Wiele, auf der Sklaven lebten, der Text ist von ihrer letzten Nachfahrin verfasst worden. Wiele freut sich über die kluge Verknüpfung des Manuskripts mit der Haupthandlung, in der ein Immobilienkonzern versucht, die Insel zu vereinnahmen und die Nachfahrin Lovely Jackson sich zu wehren versucht. Die "bösen Geister Amerikas", Sklaverei und Ausbeutung, auch an der Natur, fügen den nötigen Grusel bei, aber der Kritiker erkennt hier doch auch eine gelungene Satire auf das Literatur-Business, wie er schließt.