Richtig glücklich macht Laura Weissmüller nach eigenem Bekunden der schwergewichtige Band "Projekt Japan", in dem Rem Koolhaas und Hans Ulrich Obrist die japanische Metabolisten-Architektur dokumentieren. Der niederländische Architekt und der schweizerische Kurator haben ihr Buch klar strukturiert in Kurzbiografien, Interviews, Schwerpunktkapiteln und Fotos und es zeigt sich, dass die Metabolisten mehr wollten, als einfach nur neue Architektur entwerfen, so Weissmüller. Es ging der Architektengruppe um Kenzo Tange um nicht weniger als darum, die Weltprobleme zu lösen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in zerstörten Städten und Platzmangel durch schnell wachsende Bevölkerung bestanden, so Weissmüller. Dabei seien die Entwürfe absolut technikgläubig und optimistisch, umgesetzt werden konnte von ihnen aber so gut wie keine, auch wegen der Ölkrise in den 1970er Jahren, erfahren wir. Koolhaas und Obrist zeigen mit ihrem Band aber nicht zuletzt, wie Architektur breite Resonanz und Begeisterung auslöste, und auch Weissmüller gefällt, wie "unverschämt dandyhaft" diese utopische Architektur und ihre Protagonisten daherkommen.