Helmut Böttiger ist von Gregor Sanders Roman, in dem DDR-Vergangenheit, Wendezeit und Gegenwart sehr komplex aufeinander zulaufen, tief beeindruckt und preist ihn, auch wenn er zunächst eher unscheinbar daherkommt, als veritablen Zeit-, Berlin- und Entwicklungsroman. Im Mittelpunkt steht Katharina, zu DDR-Zeiten leidenschaftlich in Julius verliebt, dann doch mit dem eher langweiligen Tobias verheiratet und schließlich, in der erzählten Gegenwart, mit Paul in Budapest. In wechselnden Erzählperspektiven und Zeitsträngen entsteht ein vielschichtiges Netz, in dem sich so manche Gewissheit der Vergangenheit verstrickt und sich so ein faszinierender "Schwebezustand" einstellt, so der Rezensent eingenommen. Privates und Politisches werden hier fein miteinander verknüpft, überzeugende Figuren gezeichnet und dann kommt auch noch eine Krimikomponente hinzu, die Böttiger aber nicht verraten will.