Auch wenn es im Wissenschaftsverlag Spektrum erschienen ist, wendet sich Manfred Spitzers Buch über das Lernen nicht allein an ein akademisches Publikum, versichert Elisabeth von Thadden: Jeder könne die gelehrten Erzählungen Mediziners und Philosophen verstehen. Der Rezensentin fällt es nur nicht ganz leicht zu sagen, wovon sie eigentlich handeln - da sie von allem handeln: Von Synapsen zum Beispiel und muslimischem Religionsunterricht, von Frontallappen, Angst und Motivation, von neuronalen Repräsentationen und den Kindern des Autors, von Pisa, der Gewalt und so weiter. Entstanden ist ein "methodisch gewagtes, ein anregendes, ein kauziges Buch", findet Thadden. Das mangelnde Lektorat gleicht das Buch nach Ansicht Thaddens durch Menschenfreundlichkeit aus. Auf über 500 Seiten versammelt Spitzer "einprägsame Erkenntnisse", die, so Thadden, gar nicht oft genug wiederholt werden können. "Ein Mensch macht seine Sache gut, wenn die Sache ihm Freude macht, er den Dingen aus eigener Motivation nachgeht", zitiert sie die zentrale Botschaft des Autors. Für Thadden keine "unterkomplexe Trivialität", sondern eine "Utopie des gelingenden Lernens".