Einen weiteren "satirischen Gesellschaftsroman" hat Helmut Krausser vorgelegt, verkündet Rezensentin Katharina Teutsch, die den Tricks und Finten des Autors immerhin "Sogkraft" attestiert. Nach eingehender Beschäftigung mit der weit verzweigten Geschichte um eine ihre "liberale Bürgerlichkeit" feiernde, mit allerhand Skandälchen und Affären belastete Wannsee-Familie kommt sie zu dem Schluss: Der Roman mag anderen Spaß machen, ihr jedenfalls sind zu viele durchschaubare Frauen-Klischees am Start. Wenn sie hier einerseits von "frigiden", andererseits von "vulgären" Frauen liest, mutmaßt Teutsch, dass den Autor Feministinnen beängstigen - um dann nur das "Ressentiment" gegen sie zu schüren. Teutschs abschließende Frage, ob der Roman nur ein Seller für "das lesende Patriarchat" oder gar ein "Hilfeschrei" sein soll, darf man getrost als ironische verstehen.