Eigentlich, hat man den Eindruck, ließe sich der neue Roman der Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer für den Rezensenten Stephan Maus in einem kurzen Absatz erledigen. Er hält ihn für eine ästhetische Bankrotterklärung, für "bemüht zusammengeschraubt", er spricht von "psychologischen Scherenschnitten", einer "kitschigen Selbstfindungsodyssee" und sieht in dem Roman ein "wackeliges Gesellenstück lebloser Plot- Mechanik". Die Geschichte ist, so Maus, reine Kolportage: Junge südafrikanische PR-Frau verliebt sich in den Migranten Abdu, heiratet ihn, als er abgeschoben wird und geht mit ihm in sein Heimatdorf, in dem die strengen Regeln des Islam herrschen. Dort findet sie, um noch einmal den Rezensenten zu zitieren, zu "staubiger, aber existenzieller Eigentlichkeit". Warum die Heldin das mitmacht, da Abdu sich rasch als "egoistischer, charakterloser Wirtschaftsflüchtling" entpuppt, findet Maus wie so vieles in diesem Roman nicht erklärlich. Unbegreiflicher noch ist ihm nach der Lektüre die einstige Entscheidung des Nobelpreiskomittees.