Friedemann Drews
Zeitkonstitution, Psychologie, Selbsterkenntnis - und Autofiktionalität?
- Königshausen & Neumann
- 2024
- Taschenbuch
- 840 Seiten
- ISBN 9783826089831
Augustins Confessiones werden hier erstmalig als ein Text mit einem alternativen Deutungspotential für auch heute virulente Fragen und Probleme interpretiert. Gemäß dem Kirchenvater ist Zeit weder ›objektivistisch gegeben‹, noch ist ›Zeit‹ ein rein subjektivistisches Konstrukt. Vielmehr wird Zeit durch eine (äußere wie innere) Veränderungsprozesse in ihrer Einheit erfassende Erkenntnisinstanz (Seele) aktual konstituiert. Das Kritikpotential dieser Zeittheorie zeigt sich in ihrem Lösungsansatz für moderne Aporien, wie z.B. die vermeintliche Unvereinbarkeit von ›innerer Zeiterfahrung‹ und ›äußerer Zeit‹; zugleich ist Augustins Zeittheorie anschlussfähig an moderne Theorien (Relativitätstheorie). In literaturwissenschaftlicher Hinsicht unterlaufen die Confessiones gewohnte Unterscheidungen wie die zwischen Autor und Erzähler, zwischen Erzähler und Figur. Der ›Wahrheitswert‹ der Bekenntnisse
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