- Königshausen & Neumann
- 2022
- Taschenbuch
- 298 Seiten
- ISBN 9783826076237
Der beiläufige Satz eines japanischen Germanistikstudenten: »Bei Rilke gibt es viel zu verstehen« galt auf Rückfrage nicht den sprachlichen Schwierigkeiten; auch wollte er nicht die Probleme der Deutung ansprechen, sondern es fiel ihm schwer, »die paradoxe Mischung aus Faszination und Befremden« zu begreifen, die Rilkes Texte bei ihm auslösten. Die »Anti-Sympathie«, wie er es nannte, hielt er für den eigentlichen Grund, weshalb dieser Dichter ihn interessiere. Weil der Eindruck des Obsoleten mit dem der Aktualität ständig wechsle, müsse man zuerst sich selbst und seine eigene Zeit verstehen, wenn man Rilke verstehen wolle. Der Student gehörte zu jenen nichtdeutschen Lesern, welche die deutsche Rilke-Leserschaft seit längerem an
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