Kulturgeschichte unprätentiös, begegnet dem Rezensenten auf den Seiten von Eckart Kleßmanns Buch. Wie der Autor die Biografien bedeutender Frauen im Göttingen des späten 18. Jahrhunderts, von Therese Heyne bis Philippine Gatterer, nachzeichnet und sich miteinander kreuzen lässt, hat Thomas Meissner imponiert. Nicht nur ergibt sich für ihn ein Porträt der Zeit zwischen Aufklärung und Romantik, Meissner erkennt auch die Möglichkeiten dieser Frauen, mit den strengen Konventionen ihrer Zeit zu spielen beziehungsweise sie zu brechen. Dass der Autor sich mit Urteilen zurückhält, schätzt der Rezensent sehr. Schmerzlich vermisst hingegen hat er ein begleitendes Register.