Als Nachschlagewerk in Sachen Europa und das Osmanische Reich taugt dem Rezensenten Andreas Kilb das Buch von Klaus-Jürgen Bremm durchaus. Als ernsthafte geschichtliche Analyse und realhistorischer Überblick mit militärischer Perspektive findet Kilb den Band kritikwürdig. Das liegt daran, dass der Autor sich laut Kilb vor allem auf Belagerungen, Verträge und Feldzüge bezieht und beim Leser einiges an Vorkenntnissen voraussetzt, ohne selbst neue Erkenntnisse zu bieten. Kilb ahnt, dass sich der Autor übernimmt, wenn er die Beziehung zwischen Istanbul und Europa über fünf Jahrhunderte verfolgen möchte. Ferner passt der Mix aus Monografie und Strukturgeschichte nicht recht zusammen, findet der Rezensent. Das ständige Hin-und-her zwischen den Kriegsschauplätzen lässt dem Autor die "Pointe des Konflikts" entgleiten, bedauert Kilb.