Wie Milena Michiko Flašar es schafft, in eine eisige Gesellschaft Wärme zu hauchen, ist für Rezensentin Cornelia Geißler eine reife Leistung. Die in Wien lebende Autorin mit japanischen Wurzeln erzählt von Suzu, die als Kellnerin gekündigt und zur Tatortreinigerin wird. Messerscharf analysiere die Protagonistin nicht nur die Gesellschaft, sondern auch sich selbst. Das sei zwar zuweilen unbehaglich zu lesen, schreibt die Rezensentin, habe sie aber auch neugierig auf die Geschichte gemacht, die Flašar in bedächtige Worte gesetzt habe. Wie sie damit Isolation einfange, beeindruckt Geißler sehr. Suzu und ihr Team zeigen, wie das endgültige Verschwinden in Japan organisiert ist, was Einsamkeit in dieser Gesellschaft praktisch bedeutet, und wie wertvoll es ist, wenn das, was andere übersehen, zumindest im Tod geschätzt wird. Auch die Prise Selbstironie gibt dieser Geschichte für die Rezensentin eine bewundernswerte "Balance".