In einer breit angelegten Besprechung stellt der Philosoph Manfred Frank kenntnisreich den Philosophen Salomon Maimon vor und beschäftigt sich mit verschiedenen Publikationen von und über den Philosophen. Da es bisher erst zaghafte Versuche gibt, sich mit dem Werk Salomon Maimons zu beschäftigen, freut sich Manfred Frank zunächst über die Publikation von Maimons "Versuch über die Transzendentalphilosophie" die einen "Kommentar zur Kritik der reinen Vernunft" von Kant darstellt. Dieser "bunt gescheckte Erstling" des Philosophen" liest sich wie ein "Stück frühromantische Philosophie" und ist in einem mitunter schwer verständlichen Deutsch geschrieben, informiert der Rezensent. Während der Text sprachlich und formal eher mangelhaft wirkt, sei er inhaltlich von außergewöhnlichem, "logisch-mathematischen Scharf- und sachlichem Eigensinn". Den Herausgeber Florian Ehrensperger lobt er zunächst für seinen "konstellatorisch kompetenten und geschickten" Kommentar, um dann doch einiges an Kritik anzumerken. So findet er es bedauerlich, dass sich der Herausgeber nicht bemüht, die schwierigen philosophischen "Probleme, die das Werk aufwirft", für die Leser zu erklären. Problematisch scheint Frank auch das philologische Vorgehen Ehrenspergers, der die eigenwillige Sprache Maimons mit ihrer "willkürlichen, aber charakteristischen" Interpunktion verändert hat, ohne es im einzelnen "textkritisch" nachzuweisen. Des weiteren hat er Mängel in einer Übersetzung eines "langen Passus aus Ploucquets Kalkülschrift" gefunden, die deutlich machen, dass der Herausgeber mit dem "zeitgenössischen logischen Vokabular" nicht vertraut ist, wie Frank moniert. Diese Mängel können jedoch die Freude über die Herausgabe dieses philosophischen Werkes kaum mindern, das bis dahin lediglich im Internet zugänglich war.