Mit viel Lob bedenkt Rezensentin Anja-Rosa Thöming dieses Buch des in Oxford lehrenden Musikwissenschaftlers Reinhard Strohm, der ihr in bester angelsächsischer Tradition die Geschichte der Oper erzählt: Präzise und unbekümmert, witzig und mit Tiefgang blickt Strohm hier auf Bekanntes und Unbekanntes, und zwar so ausführlich wie selten, freut sich die Kritikerin: Denn der Autor deckt von der Theaterszene über die Komposition bis hin zu Arienanfängen und dem Opernleben alles ab, was es über Opern zu wissen gilt, versichert Thöming. Und so erfährt sie etwa, was die Neuerung in Monteverdis "Orfeo" war oder wie selbstbewusst die Frauen in den Werken des römischen Dichters Metastasio bereits auftreten durften. Und Erkenntnisse, wie jene, dass wir auch den "Gesang als Literatur" verstehen sollten, vergisst die Rezensentin nicht mehr.