"Traurige Figuren auf traurigen Bauernhöfen" sind ja der Markenkern von Dörte Hansens mittlerweile vier Romanen. Rezensent Jens Jessen möchte nun der Frage auf den Grund gehen, was die Leserinnen und Leser daran finden. Vielleicht sind es die Verlusterfahrungen der Gegenwart, die sie mit den Figuren teilen, mutmaßt er. Hier sind es der Landwirt Broder, der sich vom Futtersilo stürzt, und sein Vater, der sich melancholisch an die guten, alten Zeiten erinnert und nicht mit den geforderten Modernisierungen seines Betriebs mitkommt. Dazu kommen die in Scharen in die Dörfer einfallenden Stadtbewohner, die irritiert sind, dort jetzt wieder auf hochtechnologisierte Prozesse zu treffen, schildert Jessen. In gewisser Weise erinnert ihn der Text auch an Pasolini, der schon in den 1970er-Jahren konstatierte, dass Fortschritt am Ende nur zu Konformität führe. Bei Dörte Hansen gibt es allerdings keine soziologische Analyse, räumt der Kritiker ein, "überhaupt nichts abstraktes", sondern Figuren, die Alltags- und Gesellschaftskonflikte austragen, "eine Art positive Resignation" ausleben und damit wahrscheinlich für viele Leute etwas Trostspendendes haben, schließt er.