Durchaus interessiert liest der Jurist Ronen Steinke dieses Buch seiner Kollegin Elisa Hoven, der Leipziger Strafrechtlerin Elisa Hoven, die auch Richterin am Verfassungsgerichtshof in Sachsen ist. Hovens Forderung, dass der Staat stärker - bzw. überhaupt - gegen Lügen vorgehen muss, schließt sich der Kritiker durchaus an: Historische Tatsachen können bisher ebenso medial geleugnet werden wie bewusst manipuliert werden kann, erinnert Steinke. Entsprechend präsentiert die Autorin hier zahlreiche Ideen für mehr Verbote und Strafen: So schlägt sie vor, Flunkereien in Wahlkämpfen (Merz' Versprechen, die Schuldenbremse einzuhalten) ebenso unter Strafe zu stellen wie Lügen im Lebenslauf bei Bewerbern. Dass Hoven mitunter zum "Mäandern" neigt, macht die Lektüre des "schwungvoll" geschriebenen Buches für den Rezensenten allerdings ein wenig mühsam, auch, weil ihr Plädoyer dadurch nicht immer konsistent bleibt: So wirft sie den Medien zwar bei polarisierenden Debatten Einseitigkeit vor, fordert aber zugleich, kritische Aussagen zur Flüchtlingspolitik unter Strafe zu stellen.