Bei Benjamin Myers neuem Roman muss Rezensent Stefan Michalzik unweigerlich an das Wort "Gefühlskino" denken, aber gar nicht im negativen Sinne: Sein Protagonist Earlon "Bucky" Bronco hat zu den Hochzeiten des Northern Soul exakt eine einzige Single veröffentlicht und statt Musikkarriere hinzulegen ein eher tristes Dasein gefristet. Plötzlich flattert das Angebot für einen Auftritt rein, denn sein Song erlebt eine unerwartete und Geldsegen versprechende Renaissance, erfahren wir. Bucky, dessen Alter mit allerhand Gebrechen einhergeht, freundet sich vor allem mit der Festivalbetreuerin Dinah an, die um einiges jünger ist und damit ein laut Michalzik für Myers typisches Thema bedient. Dem Kritiker gefällt, wie "mit kurzen, präzisen Sätzen" eine Geschichte erzählt wird, die sozial- und rassismuskritisch aufgebaut ist, auch wenn Myers sich manchmal nahe am Klischee bewegt.