Rezensentin Julia Schröder wird in "Furye" Zeugin davon, wie allzu hoher Anspruch einem Roman zum Verhängnis werden kann. Ein kunstvoll gebauter "Tränenreißer nach Godard'schem Vorbild" sollte Kat Eryn Rubiks (ehemals Kat Kaufmann) dritter Roman wohl werden, vermutet Schröder. Stattdessen ist daraus geworden: ein "Meilenstein des Lektoratsversagens". Dabei sind Idee und formale Konstruktion ja gar nicht schlecht, findet die Rezensentin: Eine junge Frau, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, hat den Klassenwechsel geschafft, erkennt mit Ende Dreißig allerdings, dass die Identität, die sie sich aufgebaut hat, nichts als eine leere Hülle ist. Um die Leere in sich zu füllen, begibt sie sich zurück in ihre Heimat und in die Erinnerung an ihre verlorene Jugend. Erzählt wird dies in miteinander verschränkten Aufzeichnungen der Erwachsenen und ihres früheren, jugendlichen Ichs. Doch leider muss Rubik es immer wieder übertreiben mit dem Kunstwillen, bedauert Schröder: exaltierte Beschreibungen trivialer Beobachtungen, unpassende Sprachbilder, ein gegen Ende haarsträubend unwahrscheinlicher Plot, und jede Menge eklektisch zusammengeworfener Anleihen und Anspielungen aus Mythologie, Kunst, Film und Musik. Das war wohl nix.