"Perlen" heißt der erste Roman der englischen Lyrikerin Siân Hughes - ein treffender Titel, findet Rezensentin Judith von Sternburg: Nicht nur greift er ein zentrales Motiv auf, sondern er charakterisiert diesen Roman zugleich, der sich selbst liest wie eine sorgsam aufgefädelte Kette feiner Perlen. Überhaupt ist dieses Debüt eines, in dem Form, Ton und Inhalt perfekt zusammenspielen, findet von Sternburg: In zahlreichen Rückblenden lässt Hughes hier ihre Erzählerin Marianne von deren Kindheit und Jugend erzählen, von dem "Riss", der ihre Vergangenheit in ein Davor und Danach zertrennt, von dem Umgang ihrer Familie mit dem Riss, dem gemeinsamen Leben in Trauer, lesen wir. Indem die Autorin und auch ihre Übersetzerin jede dieser Erinnerungen so plastisch und unmittelbar wiedergeben, als wäre alles gerade erst geschehen, wirken diese Rückblicke so seltsam zeitlos, wie der Ort, an dem sie sich abspielen, das ländliche Cheshire, und wie vor allem auch die unsterbliche Trauer, mit der Marianne seit dem spurlosen Verschwinden ihrer Mutter lebt. Wie Hughes die Geschichte schließlich auflöst, mag zunächst "plakativ" erscheinen, ist jedoch eigentlich nachvollziehbar und "extrem stark", findet die Rezensentin.