Rezensentin Meike Feßmann beklagt die vielen filmischen Referenzen im Schreiben von Caroline Wahl. Die Autorin zeige keinen "eigenen Ton", so Feßmann. Wahl zitiere lediglich Filmszenen - von "Systemsprenger" bis "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - und der Versuch, einen Roman wie ein Drehbuch zu konstruieren - den Eindruck hat Feßmann nach der Lektüre von Wahls neuem Buch - erzeuge eine wenig gebündelte und unnötig geraffte Erzählung. Hier setzt Wahl die Geschichte der Schwestern Tilda und Ida aus ihrem vorherigen Werk fort. Diesmal geht es um die Jüngere, Ida, die auf der Insel Rügen schreibend ihre Schuldgefühle zu verarbeiten versucht, nachdem ihre alkoholkranke Mutter Selbstmord begangen hat. Wie in einem konventionellen Coming-of-Age-Film verliebt sich Ida in einen attraktiven jungen Mann, DJ und Surfer, der im Verborgenen selbst mit Problemen zu kämpfen hat. Die Dialoge enhalten viele Redundanzen, bemängelt Feßmann. Schließlich erhält Idas Gastgeberin auf der Insel eine Krebsdiagnose - Aber noch hat sie Zeit, ihren Roman zu lesen, sagt sie. Dass das Lesen hier zur Lebensaufgabe der Gastgeberin gegenüber einer Ida wird, die nie Unterstützung erfahren hat, ist für Feßmann "beinahe" Grund genug, Wahl die Klischees zu verzeihen.