Diese Veröffentlichung kann dabei helfen, beim Sprechen über sexuelle Gewalt Geschlechterklischees überwinden, die Frauen strikt Opfer- und Männern ebenso strikt Täterrollen zuweisen, glaubt Rezensentin Miriam Zeh. Laura Leupis Buch ist aus einer weiblichen Perspektive entworfen, lernen wir, die Erzählerin wurde von ihrem Partner vergewaltigt. Nicht die Tat selbst steht jedoch im Zentrum, erläutert Zeh, vielmehr widmet sich der Text unter anderem der Beschreibung der Wohnung, in der sie sich ereignete. Insbesondere auf die Sprache selbst fokussiert das Buch laut Rezensentin, spürt der Gewalt nach, die in einzelnen Worten verborgen ist. Zeh ist beeindruckt, wie es der Autorin gelingt, vermittels diverser Textsorten ein neues Sprechen über sexuelle Gewalt zu erkunden, das nicht an linearen Narrativen interessiert ist, sondern neue Räume öffnet für kollektive Erfahrungen jenseits erstarrter Geschlechtererzählungen.