Rezensent Jobst Welge befremdet mitunter, was er in dem Buch von Manuel Chaves Nogales über den großen Torero Juan Belmonte und dessen Leidenschaft liest. Stierkampf ist einfach passé! Dafür, dass das erstmals 1935 erschienene Buch in der laut Rezensent gekonnten Übersetzung von Frank Henseleit dennoch fasziniert, sorgt für Welge die Kunst des "literarischen Reporters" Chaves Nogales. Die "romanhaften" Momente des Textes, der Welge bisweilen an die Tradition des spanischen Schelmenromans erinnert, Rivalität und Revolution und das künstlerische Selbstverständnis des Toreros thematisiert, machen das Buch für den Rezensenten erst zum Ereignis.