Sabine Rennefanz' Protagonistin Kathleen ist nicht gerade eine Sympathieträgerin, geschweige denn Heldin, und ihre Geschichte alles andere als neu: Eine Frau aus Brandenburg sucht nach der Wende im Westen nach dem besseren Leben, und findet es auch - in gewisser Weise, relativ betrachtet. Und dennoch liest Rezensentin Liane von Billerbeck "Kosakenberg" mit Gewinn. Denn die Autorin erzählt darin mehr als diese "sattsam bekannte Geschichte". Es sind die Relationen, die den Roman so interessant machen - die Verbindung zur daheim gebliebenen Mutter, die seltsam zwiespältige Beziehung zur Freundin Nadine, das Verhältnis zum Dorf, in dem Kathleen aufgewachsen ist und mehr noch: zu den Veränderungen, die sich dort in ihrer Abwesenheit vollziehen. Rennefanz schildert diese Relationen auf eindrückliche, teils "minutiöse" Weise in zehn nur vermeintlich "kleinen" Geschichten von verschiedenen Besuchen in der Heimat. Jedes Mal hat sich irgendetwas verändert, jedes Mal ist man als Leserin "live" dabei, schreibt die Rezensentin: So spürt sie die Skepsis der Dorfbewohner und -bewohnerinnen, die Abwehr der Protagonsitin gegen all das allzu Vertraute, aber auch jenes seltsame Zerren, die Stricke, die einen an die Heimat binden, unweigerlich. Wie schwierig es ist, diese Heimat hinter sich zu lassen - davon erzählt Sabine Rennefanz, - und von nichts geringerem.