In diesem Roman ist alles geglückt - außer der Titel, meint Rezensent Rainer Moritz. Und den hat nicht der Autor verbrochen, sondern sein deutscher Verlag. "Jetzt beginnt das Leben", ruft Vidar Akebys Vater jeden Morgen nach dem ersten Toilettengang aus. Diese "Befreiung" auf die Beschäftigung des erwachsenen Vidar mit den Traumata seiner Kindheit zu beziehen, hält für Moritz Unfug. Als Versuch einer Befreiung können Vidars Kontakte in die Vergangenheit, seine akribischen Versuche, die Geschehnisse eines verhängnisvollen Sommertages zu rekonstruieren, dennoch gelesen werden. Aber vorn vorn: Vidar, Mitte 40, Lehrer stößt im Keller auf ein altes Adressbuch, findet dort die Nummer eines Sommerhauses, in dem seine Familie früher Ferien machte, ruft dort an, und muss feststellen, dass er mit der eigenen Familie telefoniert - im Jahr 1986. Mühsam versucht er nun durch Telefonate mit seinem jüngeren Ich herauszufinden, was an diesem Tag geschehen ist, das die Familie auseinandergerissen hat. Doch es bleibt eine Lücke, die Vidar nicht schließen kann. Literarische Auseinandersetzungen mit Kindheitserinnerungen gibt es derzeit viele, weiß Moritz. Doch dieser Autor schreibt so klug, so lebendig und so spannungsvoll, wie man es sonst selten in diesem Genre liest, lobt der Rezensent. Ein "brillanter Erzähler"!