Dass Martin Schäuble sich schwierigen Themen widmet, kennt Rezensentin Anna Vollmer schon aus seinen vorherigen Büchern, hier schreibt er über den Suizid eines Jugendlichen, ein Thema, das einerseits tabuisiert wird, andererseits extrem viele junge Menschen betrifft. So auch Paul: Ein wahnsinnig kluger Sechzehnjähriger, der wegen Depressionen in eine Klinik kommt und dort zudem mit Autismus diagnostiziert wird, der aber eben auch sehr gut darin ist, seine innersten Empfindungen vor den Menschen in seinem Umfeld zu verdecken, so Vollmer. Ihr gefällt, dass der Roman zeigt, wie gefährlich es werden kann, wenn psychische Erkrankungen in den Bereich dessen verschoben werden, über das man nicht spricht. Ein paar Klischees zu Autismus kommen zwar vor, erklärt sie, werden aber auch als Klischee enttarnt und in das komplexe Bild eingewoben, das sich von Paul und seinen Erkrankungen, über die Eltern wie Freunde nach seinem Suizid reden, bildet. Ein Roman, der Voyeurismus vermeidet und über ein wichtiges Thema aufklärt, schließt die überzeugte Rezensentin.