Am Rande ihrer Begegnung mit der aus Simbabwe stammenden Autorin Petina Gappah verliert Rezensentin Susanne Mayer immerhin einige hymnische Worte über deren neuen Roman "Die Farben des Nachtfalters". Erzählt wird die Geschichte einer Albino-Frau, die wegen Mordes an ihrem Mann verurteilt in einem Gefängnis in Simbabwe auf ihre Hinrichtung wartet, resümiert die Kritikerin. Allein wie die Autorin in Form eines Briefromans die Erinnerungen ihrer Heldin freilegt, Abgründe und Familiengeheimnisse schleichend enthüllt und zugleich geradezu burlesk von der Hysterie, dem Gekreische, dem Hass und der Verzweiflung in einem Frauengeheimnis erzählt, ringt der Rezensentin höchste Anerkennung ab. Dazu Gappahs überbordende Sprachmächtigkeit und ihr präziser Blick - und das Lesevergnügen ist für die Kritikerin perfekt.