Ein paar schöne Paris-Beschreibungen gibt es in Eliette Abécassis' Roman, gesteht Rezensent Dirk Fuhrig ein, ansonsten lässt er an diesem Buch kein gutes Haar. Erzählt wird die Geschichte einer Beziehung über viele Jahrzehnte hinweg, erfahren wir, und zwar vom Ende her: Zwei Rentner, Alice und Jules, sitzen auf einer Bank am Jardin du Luxembourg. Rückwärts entfaltet sich ihr Leben, beschreibt Fuhrig, wir erfahren also zunächst einiges über ihr Alter, später geht es um ihre Kinder, dann um politisch bewegte Studentenzeiten und schließlich um das frühe Liebesglück. Der erzählerische Trick kommt Fuhrig bald allzu mechanisch vor, vor allem jedoch ärgert ihn, dass Abécassis wirklich gar kein Klischee auslässt, von den Affären des Mannes über langweiligen ehelichen Routinesex bis zu passenden großbürgerlichen Schauplätzen in Venedig und an der Atlantikküste ist alles da. Quasi die französische Version eines Rosamunde-Pilcher-Romans, fasst Fuhrig ob der Häufung an Plattitüden fast schon amüsierte Rezensent zusammen. Eine Leseempfehlung ist seine Besprechung eindeutig nicht.