Ein interessantes Buch legt Peter Lange hier vor, findet Rezensentin Alexandra Wach. Der Journalist hat vierzig Lebensläufe deutscher Exilanten recherchiert, die nach der Machtübernahme der Nazis 1933 zuerst nach Prag auswanderten. Wo damals noch eine liberale politische Stimmung herrschte, wodurch die insgesamt vielen Tausend Exilanten zunächst leicht Anschluss fanden. Die mit vielen Querverweisen versehene anekdotengesättigte Darstellung Langes zeigt unter anderem auf, wie politisiert viele der Flüchtlinge waren. Wach geht auf einige der dargestellten Lebensläufe - darunter bekannte Persönlichkeiten wie Stefan Heym, aber auch einige Unbekannte sowie, in vielen Quellen übersehen, Frauen - näher ein, bevor sie mit Lange rekapituliert, wie die Sache endete: oft nicht gut, das Exil bedeutete für viele einen sozialen Abstieg, manchen gelang später die Flucht in die USA oder nach Palästina, andere landeten doch noch in den Händen der Nazis. Einer abschließenden Wertung enthält sich die Rezensentin, die jedoch einiges Lesenswertes im Buch ausfindig gemacht zu haben scheint.