Für Mirko Bonnés neuen Roman hat Kritiker Christoph Schröder kein positives Wort übrig, für ihn ist das Buch "in jeder Hinsicht schiefgegangen". Lutz Reinmar, der Ich-Erzähler, ist die "einzig halbwegs interessante" Figur des Romans, er hatte zu DDR-Zeiten seinen besten Freund Bernd Vormturm bespitzelt, der deswegen sein Studium abbrechen musste, lesen wir. Jetzt, in den 1990er-Jahren, ist Vormturm "architektonischer Visionär" und in den Kreisen des Kanzlers unterwegs. Schröder kann nicht anders, als sich zu schütteln, wenn er die operettenartigen Dialoge hört, die Vormturm und Kanzler Viktor Breugel austauschen: "Ein köstlicher Wein, wahrlich", heißt es, aber die Sprache ist nicht zu goutieren. Die Mischung aus DDR-Geschichte, persönlicher Rache, Architekturtheorie und BRD-Atmosphäre ist auf Handlungsebene auch viel zu sehr durcheinandergewürfelt, um den Rezensenten noch dazu zu bewegen, seine Meinung zu ändern. Ihm erschließt sich nicht, warum Bonné einen Roman über ein Milieu schreibt, das ihn offensichtlich nicht interessiert. Bei Schröder ist das Buch voll und ganz durchgefallen.