Für den Rezensenten Konstantin Ames ist Mirko Bonnés neues Buch ein Sommerroman, der "Alternativweltgeschichte" schreibt: Sein Motto - ""Ich weiß nicht, ob die anderen Menschen so sind wie ich" - hat Bonné einer Satire Somerset Maughams entnommen, bemerkt Ames, der ansonsten auch Ähnlichkeiten zu Wolfgang Koeppens "Das Treibhaus" erkennt. Die Handlung spielt 1994, Rita Süssmuth ist Bundespräsidentin, der Kanzler Viktor Breugel ist ein Kohl-Typ, kommt ebenfalls aus der Pfalz, aber die Kinoleidenschaft hat er von Schröder, die Norwegen-Urlaube von Brandt, die Frankophilie ist ganz der Sphäre der Fantasie entnommen, hat Ames zudem erkannt. Protagonist ist aber Bernd Vormturm, ein Architekt, der dem Kanzler und seiner Gattin einen Bungalow in Berlin hinsetzen soll und das Spektakel darum auch dafür nutzt, sich an einem Feind-Freund zu rächen, dessen Verrat ihn zu DDR-Zeiten den Studienplatz gekostet hat, erklärt der Rezensent. Die Frau dieses Freundes erinnert ihn dazu stark an Angela Merkel - "genüsslich" schreibt Bonne von diesem unter einer dicken Decke von Regierungsmief und Intrigen schwelenden Jahrzehnt, die Dialoge zünden, die Charaktere sind herrlich selbstverliebt und unsympathisch. Da kann der Kritiker gut verzeihen, dass sich auch ein paar DDR-Klischees ins Buch geschlichen haben.