Rezensentin Katharina Borchardt hat selten ein so bewegendes Buch zum Thema Demenz gelesen, wie diesen Roman von Julie Otsuka. Die amerikanische Autorin erzählt auch aus eigener Erfahrung von einer Tochter, deren Mutter früh dement wird. Wenn jene Alice schwimmt, geht es ihr gut - bald aber wird das Bad geschlossen, ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich und die Tochter muss zunehmend Verantwortung übernehmen. Allein wie Otsuka die Risse in der Mutter-Tochter-Beziehung auslotet, detailreich, aber ohne sie zuzuspachteln, findet Borchardt beeindruckend. Vor allem aber lobt sie Sprache der Autorin, der sie ein Gespür für leise Töne, "spitze Zitate" und Witz attestiert: "Jeder Satz ein Miniporträt" und von Katja Scholtz kongenial übersetzt, schließt sie.