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Flohr, Matthias. Die Einung unter Fundamantalismus

Matthias Flohr

Die Einung unter Fundamantalismusverdacht. Eine Untersuchung zur Ideologie der Qumran-Gemeinde

  • GRIN Verlag
  • 2014
  • Taschenbuch
  • 28 Seiten
  • ISBN 9783656722137

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1, Freie Universität Berlin (Institut für Judaistik), Veranstaltung: Qumran - Die Textrollen vom Toten Meer, Sprache: Deutsch, Abstract: Fundamentalismus ist ein Begriff der Moderne, doch das Phänomen, das er beschreibt, ist ein altes: Das Gefühl von Dekadenz und Verfall einer Umweltkultur, ausgelöst durch umfassende gesellschaftliche, soziale, politische und ökonomische Veränderungen, führt seit Jahrtausenden in den konservativen Schichten einer Gesellschaft zu einer Auseinandersetzung mit und einer Kritik an dieser sich radikal verändernden Umwelt. Die "Invasion einer fremden Kultur"1 bedeutet für große Teile der Bevölkerung ein Gefühl der Bedrohung und der Verunsicherung: Die bestehende soziale Ordnung wird

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durch das Spannungsverhältnis zwischen traditionellen Ansichten und der vermeintlichen Vorteilhaftigkeit oder gar der Notwendigkeit zur Anpassung in Frage gestellt und gerät ins Wanken. Zwei Optionen stehen zur Wahl: Erstens die Anpassung an das neue geistige Klima, unter partieller oder völliger Aufgabe der eigene n Tradition; Oder zweitens die Rückkehr zu den Wurzeln des bedrohten sozialen Gefüges, welche oft in der Religion zu finden sind. Tendenziell sind es vornehmlich die ökonomischen und politischen Eliten, die sich für die erste der beiden Möglichkeiten entscheiden und den für sie vorteilhafteren Weg der Assimilation wählen, wohingegen die ,breite Masse' zunächst eher dazu neigt, in ihren Traditionen zu verharren. So entstehen im Verlaufe tiefgreifender sozio -kultureller Umwälzungen zwei gesellschaftliche Extreme: Die vollständige Assimilation in den neuen kulturellen Mainstream auf der einen Seite und die konsequente Ablehnung jeder Veränderung bis hin zur reaktionären Verteidigung der Tradition auf der anderen Seite. Zwischen diesen beiden Extremen besteht naturgemäß ein Spannungsverhältnis, welches sich zu einem offenen, im Extremfall auch gewaltsamen Konflikt ausweiten kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die traditionalistisch gesinnten Schichten einer Gesellschaft nach und nach ihrer politischen und ökonomischen Partizipationsfähigkeiten beraubt werden und sie ihren angestammten Platz innerhalb einer Gesellschaft verlieren. Eine zunehmende Radikalisierung dieser marginalisierten Schichten ist die Folge, die Bildung extremistischer, teils militanter Gruppierungen ein Ausdruck dafür. Eine besondere Brisanz erhält dieser Prozeß, wenn die von den Veränderungen betroffene Umweltkultur von einem festen Koordinatensystem einer Religion bestimmt wird. [...] 1 Meyer 1991:68.

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