Cremer, T.. Von der Zellenlehre zur Chromosomentheorie - Naturwissenschaftliche Erkenntnis und Theorienwechsel in der frühen Zell- und Vererbungsforschung. Springer, 2012.

T. Cremer

Von der Zellenlehre zur Chromosomentheorie

Naturwissenschaftliche Erkenntnis und Theorienwechsel in der frühen Zell- und Vererbungsforschung
  • Springer
  • 2012
  • Taschenbuch
  • 404 Seiten
  • ISBN 9783642823978

somen ein informationstragendes Makromolekiil, die DNA, befindet. Die Schriftnatur dieser DNA, ihr Code, ist aufgekHirt. Die Sequenz der Ereignisse, die zur Entste­ hung spezifischer Proteine fUhren, Enzyme fur Stoffwech­ selwege, Strukturproteine fUr Zellstrukturen, ist in groBen Zugen bekannt, auch wenn es bei Einzelheiten immer wie­ der Uberraschungen gibt. Die Schrift dieser DNA hat sich in den langen Zeitdiumen einer - wie fast aIle Zellbiolo­ gen annehmen -neodarwinistischen Evolution entwickelt. Sie kann sich spontan und zufallig verandern, sie kann aber mit ihrem auBerordentlich hohen Informationsgehalt - man denke an den insgesamt etwa zwei Meter langen DNA- Faden in einem menschlichen Zellkern - nicht spontan neu entstehen. Es

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gibt keine Urzeugung, keine Generatio spontanea in diesem Sinne. DNA entsteht durch Replikation von DNA, Chromosomen entstehen folgerichtig durch Replikation von Chromosomen, Zell­ kerne durch Replikation von Zellkernen, Zellen aus Zel­ len. Wissenschaftsgeschichte erscheint bei dies em Ruck­ blick als ein kumulatives Wachstum von Erkenntnissen. Man kann sich eigentlich nur dariiber streiten, welchem Forscher fur das Auffadeln der jeweils neuesten Erkennt­ nisperle die Prioritat gebuhrt. Wir wollen aber diesen scheinbar so wohlgeordneten Garten der Erkenntnis von der anderen Seite her betreten ohne den Ariadnefaden unserer heutigen Vorstellungeti.

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