Ein Reformkonzept, das unabhängig von politischen Kompromissen argumentiert, haben die fünf Ökonomen Friedrich Breyer, Wolfgang Franz, Stefan Homburg, Reinhold Schnabel und Eberhard Wille von der Gemeinschaftsinitiative soziale Marktwirtschaft vorgelegt, lobt Heike Göbel. Die Autoren gingen im Anschluss an den vertragstheoretischen Ansatz John Rawls von der Frage aus, welche soziale Verfassung sich die Bürger geben würden, wenn sie nicht wüssten, welchen Status sie in der Gesellschaft einnehmen werden, so die Rezensentin. Die Antwort der Ökonomen laute: "größtmögliche Souveränität und Eigenverantwortung" in Verbindung mit einer staatlichen Absicherung an jenen Punkten, "wo kein privater (Versicherungs-) Schutz zu erwarten ist". Ausgehend von diesem angenommenen Grundkonsens diskutieren die Autoren die derzeitigen Reformmodelle und entwerfen durchaus schlüssige Varianten zur Bürger- und Rentenversicherung, versichert Göbel, die trotz einiger Zweifel der Politik eine Beschäftigung mit diesem Reformkonzept nachdrücklich anrät.